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Herbst & Winter 24/25

Spuren im Schnee

Diese Kollektion ist etwas ganz Besonderes. Wilder und schöner, voller Dramatik und Spannung. Wie eine Weigerung, sich von der Kälte, die um die Ecke lauert, bezwingen zu lassen. Ein Leuchtturm für das Leben und die Wärme. Gefesselt von den Jahreszeiten und ihrer Bedeutung für Leben und Lebensweise lassen wir uns weiterhin von der schwedischen Geschichte herausfordern und inspirieren.

Spuren im Schnee sind als gedruckter Katalog erhältlich. Die Texte sind Auszüge aus August Strindbergs Buch "Hemsöborna" von 1887.

Die Innenaufnahmen wurden auf Munthes Hildasholm in Leksand fotografiert. Das Haus, aus dem Jahr 1910, ist das Hochzeitsgeschenk des Arztes und Schriftstellers Axel Munthe an seine Frau Hilda Pennington Mellor. Die Inneneinrichtung aus dem Familienleben im Haus ist gut erhalten. Das Gebiet von Hildasholm besteht auch aus einem großen Naturpark mit vierzehn verschiedenen Gartenräumen, die alle unterschiedlich gestaltet sind. Im Sommer steht der Hof Besuchern offen, die selbstständig im Garten umherwandern und das Café besuchen oder an einer geführten Besichtigung des Hauses teilnehmen können. Jeden Sommer stellen auch mehrere Künstler ihre Werke aus. Ein einzigartiges Ausflugsziel für alle, die sich in Dalarna aufhalten.

Mehr erfahren über: Munthes Hildasholm

Digitaler Katalog AW24-25

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Draußen wehte ein scharfer Wind, aber sie wollte nicht umkehren und sich etwas anziehen, da es nur ein Katzensprung war. Der Hang war glatt und der Schnee wirbelte wie Mehlstaub, doch sie schaffte es schnell bis zum Kuhstall, ging sofort in den Stall, wo es warm war. Dort stellte sie sich hin, um zu lauschen, und hörte, wie jemand im Schafgehege flüsterte. Im schwachen Mondlicht, das durch Spinnweben und Heuballen an den Fenstern fiel, sah sie die Kühe ihre Köpfe zurückdrehen und sie mit großen, im Dunkeln grün leuchtenden Augen ansehen. Die Bank stand dort und auch die Stäbe. Aber das war nicht das, was sie sehen wollte, es war etwas anderes, etwas, das sie um Himmels willen niemals hätte sehen wollen ...

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Zwei Paar Schuhe, ein kleineres und ein größeres, hatten Spuren im Schnee hinterlassen, und sie waren in den Schatten blau, und sie führten zum abgezäunten Weidezaun. Sie folgte ihnen, als wäre sie von jemandem gezogen worden, und die Spuren lagen wie eine Pfostenkette auf dem Boden, an der sie festgemacht war und die nun von einem unsichtbaren Ort im Zaun hochgehoben wurde.... Immer weiter führte der Weg in den Wald hinein, wo der Auerhahn von seinem Nachtast aufschreckte und sie erschreckte, über Moorflächen, wo die Büschel schwankten, – über Zaunreihen, die knarrten, wenn sie darübersteigen wollte. Zwei und zwei gingen die Spuren, die einen klein, die anderen groß, nebeneinander, manchmal ineinander tretend, umeinander, als hätten sie getanzt; über Stoppelfelder, wo der Schnee verweht war, über Steinhaufen und Gräben, Zaunpfähle und Windbruch.

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Sie wusste nicht, wie lange sie gegangen war, aber ihr Kopf fror und sie war unbeholfen, steckte die mageren, roten Hände unter den Rock und blies immer wieder in sie hinein. Sie wollte umkehren, aber es war zu spät, und sie konnte genauso gut zurückgehen wie geradeaus. Also ging sie vorwärts durch eine Espenlichtung, deren verbliebene Blätter zitterten und bebten, als hätten sie in der Nordwindkälte gefroren; und so kam sie zu einer Bank. Das Mondlicht fiel klar und scharf, sodass sie deutlich sehen konnte, dass sie dort gesessen hatten. Sie spürte den Abdruck von Claras Rock, von der Jacke mit dem Lammfellbesatz. Also war es hier! Hier! Sie zitterte in den Kniekehlen, fror, als wäre ihr Blut zu Eis geworden, brannte, als wäre kochendes Wasser in ihren Adern. Und sie setzte sich erschöpft auf die Bank, weinte, schrie, beruhigte sich plötzlich, stand auf und ging weiter

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Auf der anderen Seite lag die Bucht glatt, schwarz, und direkt gegenüber sah sie die Lichter in der Hütte und ein Licht oben bei der Scheune. Der Wind blies scharf und fühlte sich an, als würde er direkt durch den Rücken gehen, riss an den Haarsträhnen und ließ die Nasenlöcher frieren; halb laufend kam sie auf das Eis hinunter, fuhr hinaus auf die schwankende Fläche, hörte das getrocknete Schilf um die Ohren rauschen, unter den Füßen knacken, und sie fiel auf eine zugefrorene offene Stelle; stand auf und rannte wieder, ... Sie spürte die Kälte die Beine hinaufsteigen, aber sie wagte nicht zu schreien, damit niemand kommen und sie fragen würde, wo sie gewesen sei. Husten, als ob die Brust zerspringen wollte, schleppte sie sich aus der offenen Stelle, schlich den Hang hinauf, ging direkt in die Hütte zum Bett, legte sich hin und bat Lotten, Feuer im Ofen zu machen und einen Topf Holundertee aufzusetzen; und dort blieb sie liegen.

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Spuren im Schnee

Spuren im Schnee ziehen eine stille Linie durch das Winterlicht.
Sie erzählen von jemandem, der hier zuvor ging, ein Abdruck von Bewegung in der Stille.
Zwischen den Kristallen atmet die Erinnerung weiter, ein Weg, der bald verwischt, aber dennoch zeigt, dass die Welt bereits berührt wurde.

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